Bienen triggern mich.

In meiner Twittertimeline wimmelt es heute nur so von Bienen. Das liegt an dem ersten Antrag der Piratenfraktion NRW der im Landtag angenommen wurde. Eine Tatsache, über die ich mich wirklich freue!

Was ich feststelle: Bienen triggern mich. Ich wusste bisher immer nicht so richtig einzuschätzen, wie man sich so einen Trigger vorstellen soll. Aber es ist tatsache so. Ich lese Biene und beziehe es automatisch auf mich.

Das liegt daran, dass ich Maja heiße. Also ich heiße tatsächlich Maja. Das ist kein Spitzname und ich habe auch keinen Zweitnamen, ich heiße nur Maja.

Und leider wird dieser Name gerne mit ‚Biene Maja‘ assoziiert.

Leider? Ist doch nicht schlimm?

Ja, grundsätzlich stimmt das. Ich hab als Kind stundenlang Biene Maja Hörspielkassetten gehört. Und ich mochte die Geschichten.

Aber es wurden auch schon immer Biene Maja Witze auf meine Kosten gemacht. So lange ich mich erinnern kann. Sogar Erzieherinnen im Kindergarten haben mich gefragt, ob es wirklich stimmt, dass mein Vater wirklich Willi heißt und ich Maja. Ja das stimmt. Aber es ist kein Grund sich dann darüber lustig zu machen.

Im Kindergarten und in der Grundschule haben mich ständig Kinder ‚Biene Maja‘ genannt. Ich weiß nicht mehr so genau, ob das böse gemeint war oder einfach nur im Spaß. Aber irgendwann will man es auch einfach nicht mehr hören. Ich wollte meinen Namen für mich haben. Ich wollte als ich selber gesehen werden. Ich wollte nicht immer mit dieser Comic-Biene assoziiiert werden.

Ja, man denkt bei meinem Namen direkt an Biene Maja, aber man muss es mir nicht immer direkt sagen!

Auf dem Gymnasium kam erschwerend hinzu, dass ich dort Opfer von Mobbing wurde. Und was wurde als Aufhänger benutzt? Ach ja, diese Biene.

„Und diese Biene, die ich meine nennt sich Maja, kleine, freche, schlaue Biene Maja…“ So geht das Titellied.

Meine Klassenkameraden machten „Kleine, fette, dumme Biene Maja“ daraus. Noch Fragen?

Dazu Psychoterror, wie ewig zugeflüstertes „bsssssst… bssssssst…bssssssssssssst“ in den Stunden und in Pausen. Glaubt mir, das geht an die Nerven. So richtig.

Als auf EinsLive damals die Comedy Biene Maja lief, machte es das auch nicht besser. Weil dann ständig das „Majaaa“ von dem Comedy-Willi imitiert wurde.

Ich kenne jeden schlechten Biene Maja Witz dieser Welt.

Jeden.

Und sie wurden alle schon über mich gemacht.

Ich kenne auch jeden schlechten Bienen Witz dieser Welt.

Auch die wurden alle schon über mich gemacht.

Heute finde ich meinen Namen ja schön. Und wenn mal jemand einen schlechten Witz über Bienen macht, dann ist er nicht böse gemeint, das weiß ich.

Aber es triggert mich. Weil ich damit nur schlechtes verbinde, nämlich eine Zeit von mehreren Jahren, in der ich mit Angst in die Schule gegangen bin. In der noch viel mehr schlechte Dinge passiert sind, als bloß dumme Witze über Bienen.

Deshalb nenne ich mich heute auch FrauMaja. Ein Name, den ich mir selber gegeben habe, und der eben kein unkreatives ‚Bienchen‘ enthält 🙂

Das heißt übrigens nicht, dass ihr in meiner Gegenwart nicht mehr über Bienen reden darf. Oder dass es mir jetzt total schlecht deswegen geht.

Es ist aber eben diese kleine Sekunde, bevor mein Hirn auf ‚Alles gut!“ umstellt. Falls ich also mal komisch reagiere: Daran liegts.

PS: Ich habe auf der Arbeit übrigens eine Biene Maja Tasse für meinen morgendlichen Kaffee.

PPS: Über Mobbingmechanismen habe ich auch schon mal gebloggt: https://fraumajapirat.wordpress.com/2012/12/23/mobbingmechanismen/

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Toleranz, Weltbilder veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s