Vor der eigenen Haustür kehren. Gastbeitrag von @nanunana249

Anmerkung von FrauMaja: Dies ist ein Gastbeitrag von Britta (@nanunana249). Er muss nicht mit meiner Meinung übereinstimmen.

Bevor man schimpft wie es woanders läuft soll man erstmal vor der eigenen Haustür kehren. Das sagt ein Sprichwort. In den letzten Wochen konnte man viel lesen und hören über PRISM und Tempora, Five Eyes und so weiter. Doch für viele war das weit weg. ‚Wieso sollte sich die NSA oder der britische Geheimdienst für meine Daten interessieren?‘ Das war eine Frage die relativ häufig gestellt wurde. Aber was wenn wir jetzt sagen würden das der deutsche Bundesnachrichtendienst ebenfalls private Daten abgreifen kann? ‚Dann würde das schon anders aussehen, aber das macht der ja nicht‘.

Nun, seit heute schon. Denn mit dem heutigen Tag tritt die Bestandsdatenauskunft in Kraft. Diese ermöglicht es den deutschen Ermittlungsbehörden Zugriff auf unsere Daten zu nehmen. Und eine Ordnungswidrigkeit reicht schon aus um das zu rechtfertigen. Die Daten sind denkbar sensibel. Es können Passwörter für EMailpostfächer oder auch PIN und PUKs ausgespäht werden. Damit bekommen die Beamten Einblick in jedes Mailpostfach und in jedes Handy und können alles auslesen was dort steht. Das alles ist schon schlimm genug. Aber wenn man dann noch bedenkt was das Wissen um die Möglichkeiten der Geheimdienste mit unserem Verhalten macht, ist das erschreckend. Wir überlegen uns genau sensible Daten per Mail zu versenden. Und das sind nicht einmal nur die streng geheimen Passwörter, sondern auch schon die Fotos vom letzten Ausflug. Zu jeder Zeit ist der Gedanke im Kopf, wer diese Mail noch alles lesen kann. Das verändert uns. Stück für Stück.

Doch was tun wir dagegen? Wir lehnen uns dagegen auf, wo auch immer es geht. Die Piratenpartei legt heute Verfassungsbeschwerde [1] ein gegen die Bestandsdatenauskunft. Jeder kann darüber informieren und erklären wieso es ein Problem ist, überwacht zu werden. Und das eben nicht nur von britischen und amerikanischen Geheimdiensten, sondern auch vom deutschen Bundesnachrichtendienst. Ab heute.

[1] http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/gegen-den-glaesernen-internetnutzer–73218202.html

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s