#idealist. Ein Hashtag.

Okay, ich gebe es zu, ich wars.
Ich hab gestern Abend eure Twitter-Timelines mit diesem Hashtag geflooded. #idealist
Und einige andere haben mitgemacht.
Zuerst war es nur der Gedanke welche Dinge in dieser Welt fehlen: Solidarität, Dankbarkeit, Freiheitsstreben… und Dinge, die es zuviel gibt: Neid, Überwachung, Selbstgerechtigkeit….
Ziemlich idealistisch, ja.
Nennt es auch Naiv.

 

Andere Twitterer haben das ganze noch auf eine andere Ebene gehoben, weiter gesponnen…

Wisst ihr, ich bin Pirat. Nicht, weil mir die ganzen Shitstorms so gut gefallen, weil die kleinteilige Arbeit so toll ist oder weil ich so gerne twittere. Ich bin damals dazu gekommen, weil ich das mit der Überwachung doof fand und die drohende Zensur durch ACTA-
Ich bin nichtmal der klassische Weltverbesserer-Typ. Oft bin ich eher grummelig.
Aber wir machen das doch alle, weil wir mit dem Status Quo nicht zufrieden sind, oder?
Wie haben alle eine Idee, wie eine Gesellschaft idealerweise sein könnte. Wir haben verschiedene Vorstellungen und verschiedene Vorstellungen, wie wir dahin kommen können. Ich bin Pirat, weil ich die Ideen der Piratenpartei für eine andere Politik, für Mitbestimmung, einen transparenten Staat und weniger Überwachung gut finde und weil sie sich mit meinen decken.

Aber Idealist war ich früher schon.
Ich kann mich furchtbar über die Dinge aufregen, die in der Welt passieren, ich kann mich nicht damit abfinden.
Eine zeitlang habe ich aus Idealismus aus vegan verbracht. Naja da ist der Idealismus meiner Genusssucht zum Opfer gefallen.
Was wurde ich schon belächelt, weil ich auf Demos gehe. Auf Demos gegen Nazis, Demos gegen Überwachung…
‚Es ändert sich doch eh nichts‘, sagten mir solche Menschen dann.
‚Es ändert sich doch eh nichts‘, sagten sie mir, als ich Pirat wurde.
‚Es ändert sich doch eh nichts‘, sagten sie, als sie mir hämisch mitteilten, dass die nicht wählen gehen würden.
Aber ich mache das, weil ich was verändern will und weil ich denke, dass wir was verändern können.
Es wird dauern. Die Republik hat erstmal wieder konservativ gewählt. Das zeigt mir, sie ist noch weit von dem entfernt von dem was ich mir vorstelle. Aber ich war auch mal weit davon entfernt von dem wie ich heute bin. Habe mich konservativen Werten unterworfen. Wovon ich mich freigemacht habe.
Ich wünsche mir, dass Dinge besser werden, sie sind noch nicht gut. Es wird noch lange dauern.
Aber ohne die Hoffnung würde ich vor den ganzen übermächtigen Dingen kapitulieren. Vor der Überwachung, vor der ganzen sozialen Ungerechtigkeit, vor Rassismus, Diskriminierung, Hass.
Aber ich glaube wir können und müssen was ändern.
Deswegen schimpft mich halt #idealist.

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