Werbung aus der Hölle. Heute: Nivea

Es gibt viele TV-Werbungen, die sind überflüssig.

Und es gibt welche, die so widerwärtig sind, dass sie hier noch hervorstechen. Der neue Werbespot von Nivea ist so ein Beispiel.

Handlung kurz zuammengefasst:

Der Mann kommt nach der Arbeit völlig erschöpf heim und rutscht an der Innenseite der Tür hinunter und bleibt sitzen. Schnitt. Die Frau hingegen kommt frisch und munter mit einem Kleinkind auf dem Arm in die Tür, erledigt locker flockig die Hausarbeit wie nebenbei. Alles wegen dem Nivea Deo.

Dazu der Text – Zitat:““Ihr armen Männer, kommt gestresst und geschwitzt von der Arbeit… Wir Frauen kennen das nicht…[Lobpreisung auf das Deo]“

Diese Werbung ist auf so vielen Ebenen daneben.

1. Das Rollenbild allgemein. Er geht arbeiten. Sie schmeißt den Haushalt und versorgt das Kind. Hallo? Haben die 50er angerufen?

2. Diskriminierung von Männern: Er wird hier als Jammerlappen dargestellt, den die schwere Arbeit vollkommen fertig macht. Ungewöhnlich. Aber trotzdem scheiße.

3. Im BESTEN Fall: Positive Diskriminierung von Frauen. Nach dem Motto: „Hach, Frauen sind so starke Wesen, die schaffen den Haushalt und die Kindererziehung mit links. Und dank des Deos sogar ohne zu transpirieren!“ Ja super. Trotzdem werden sie rein auf die Hausfrauenrolle reduziert. Das Positive wird also genutzt um das alte, ätzende, einschränkende Rollenbild auch noch zu vertiefen.

4. Wenn man es Nivea negativ auslegen will: Frauen sind dafür da sein Haushalt zu schmeißen und sie haben dazu auch noch blendend auszusehen. Darüber muss ich hart lachen. Wenn man kleine Kinder hat, dann sieht man meistens nicht blendend aus, realistisch betrachtet. Kinder kleckern, die rennen rum, die halten auf Trab. Und das ist völlig okay so, sie sind schließlich kleine Menschen, die die Welt entdecken. Ergo sieht die Person, die sie betreut vermutlich auch nicht frisch aus. Das ist auch völlig okay. Das darf man, wenn man Kinder erzieht. Das ist nämlich auch harte Arbeit. Und da hilft so ein Deo auch nur ganz, ganz bedingt.

Ja bestimmt wollte Nivea damit eine positive Botschaft verkaufen. Von starken Frauen. Blöderweise haben sie sich so in den eigenen Vorurteilen und Rollenbildern verfangen, dass das gewaltig daneben gegangen ist.

Niemand braucht sowas.
NEXT!

btw: Wer sich das Meisterwerk unbedingt ansehen will: Hier lang.

 

 

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Eine Antwort zu Werbung aus der Hölle. Heute: Nivea

  1. Melanie MP schreibt:

    Nicht zuletzt wird hier das Klische gestärkt, dass der Mann die schwere Arbeit hat und die Hausfrau entspannt und locker flockig Haushalt und Kind perfekt und nahezu nebenher erledigt. Hausfrauen-Mütter werden eh schon gern belächelt wegen des achso ruhigen und entspannten da seins, weil sie ja nicht „arbeiten“ Denn richtige Arbeit ist es nur, wenns auch bezahlt wird…

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