In eigener Sache…

Ich habe heute Anzeige gegen  Unbekannt gestellt. Und zwar wegen ‚Nachstellung‘. So heißt Stalking wohl im Juristendeutsch.
Natürlich weiß ich, dass das wenig Aussicht auf Erfolg hat, aber immerhin: Die Polizei und der Staatsschutz wissen jetzt bescheid. 
Was passiert ist: 
4 Tage nach meiner Wahl zur stellvertretenden Vorsitzenden in NRW hat jemand angefangen meine Piratenmailadresse bei zig Newslettern, Foren und Stripvideochannels anzumelden. Es waren unter anderem auch einige rechtsradikale Seiten darunter. Aber auch jede Menge anderer Kram. 
Häppchenweise, so dass man davon ausgehen kann, dass das jemand von Hand eingegeben hat. 
So weit so nervig. 
Letzte Woche Freitag fand ich dann Kataloge und Werbung für Hotels in meinem Briefkasten. Dinge, die ich nie bestellt hatte. 
Und bekam dann am gleichen Tag mehrere Anrufe auf mein Piratenhandy von Unternehmen, bei denen jemand per Onlineformular meine Handynummer und vollständigen Adressdaten angegeben hatte.  
Diese Botschaft ist aber angekommen.  „Ich kenne deine Adresse. Ich kenne deine Telefonnummer.“ 
Sah ich in einer Woche Nerverei durch Spam im Mailpostfach noch keinen Grund, mich an die Polizei zu wenden, so  war dies dann doch eine Gelegenheit mal die örtliche Dienststelle zu  kontaktieren. 
Und dann einfach mein Handy auszumachen um Ruhe zu haben.
Danke an dieser Stelle übrigens  an alle, die mir geschrieben haben, dass ich mich melden soll, falls ich Hilfe  brauchen sollte oder mir versicherten sofort vorbei zu kommen, falls plötzlich  jemand vor meiner Tür stünde, die mir einfach ein offenes Ohr angeboten haben.  Sowas hilft ungemein dabei sich von so einer Scheiße nicht verunsichern zu  lassen. 
Um ehrlich zu sein: Ich habe keine Ahnung wer mich da nervt. Einige Bekannte, die sich gegen Rechts engagieren, haben ähnliche Dinge erlebt. 
Ich hoffe irgendwie, dass es sich nicht um einen Piraten handelt, denn ich glaube das würde mich echt treffen. 
Es sieht allerdings ziemlich danach aus, dass es  sich um eine ‚politische‘ Sache handelt. 
Und von außen, bzw. niemand aus meinem direkten  Umfeld oder ‚politischen Freundeskreis‘, weil ausschließlich Daten verwendet  wurden, die sich mit googlen finden lassen, aber keine privaten.
 Es kann also genauso gut jemand sein, der kein Pirat ist, und mich aus anderen ‚politischen‘ Gründen nerven  möchte. Oder ein Pirat, mit dem ich jetzt nicht persönlich verbunden bin. Ich  weiß es nicht. Vielleicht kann die Polizei ja was raus finden.
 
Mir haben darüber hinaus allerdings  Leute auf Twitter gesagt ich müsse mich doch nicht wundern, dass Leute weiter trollen, wenn ich mich auf Twitter darüber aufrege. 
Und ja, jemand, der mich damit ärgern und verunsichern will, der freut sich sicher darüber, wenn ich rumschimpfe.  
Ich verbitte mir aber dennoch  jede Art von victim blaming. Man ist nicht ’selbst schuld‘ wenn jemand versucht  einen fertig zu machen. Die Schuld liegt immer beim Täter. Ärger über  Grenzverletzungen sind keine Rechtfertigung für neue Grenzverletzungen. Ärger über Drohungen kein Grund für neue Drohungen. Nie. 
Wer das lustig findet, dass ich mich aufrege, dem sage ich eins: Ja, das ist total lustig. So lustig, wie wenn in der Schule jemand anderes fertig gemacht wurde. Für den Zusehenden, der mitlacht. So lustig ist das. 
PS: Jetzt sind auch meine Tweets wieder unprotected. Auch darüber, dass ich sie geschützt hatte, haben sich  einige Leute erregt. Aber das ist mir relativ egal. 
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3 Antworten zu In eigener Sache…

  1. Atari-Frosch schreibt:

    Wie ich schonmal bloggte, ist meiner Ansicht nach ein öffentlicher Umgang mit Stalking der beste. Allein schon, um den Stalker zu zeigen, daß Du Dich nicht isolieren läßt.

    Ich hatte vor Jahren mal so einen Vogel im Nacken, etwa 16 Monate lang, und die Polizei unternahm trotz zweier Strafanzeigen genau gar nichts. Im Gegenteil, eine herbeigerufene Streife erzählte mir, ich solle doch „dieses Internet“ ausmachen, wenn mich da was stört (an dem Tag hatte der Stalker online behauptet, quasi unten vor meiner Haustüre zu stehen). Es hörte auf genau eine Woche, bevor der sogenannte Stalking-Paragraf, den Du jetzt nutzen kannst, verabschiedet worden war. War bestimmt reiner Zufall.

    Ich denke, wenn ich damals damit konsequent an die Öffentlichkeit gegangen wäre, hätte es anders ausgesehen. Stattdessen habe ich den Fehler gemacht, es außer der Polizei nur wenigen vertrauten Leuten zu erzählen.

    Viel Erfolg wünsche ich jedenfalls, auch wenn ich, wie Du schon sagtest, nicht glaube, daß sich die Ermittlungsbehörden da reinknien werden. Verfahrenseinstellungen sind halt einfacher.

    Gruß, Frosch

  2. Lieber Pirat schreibt:

    Hallo liebe Maja,
    1. Es ist total richtig, das zu veröffentlichen.
    2. Der Terror-Täter wird gefunden.
    3. Vor allem ists so ziemlich die erste sinnvolle Politische Tat der Piraten seit langem. Naja – alle Macht den Mädels und vor allem Maja!
    (als Feministin freut mich Dein Erfolg)
    4. Das ist leider nicht nur „Stalking“/… sondern auch eigen-gewerblicher TOTSCHLAG Deiner Person: Beleidigung, (psychische) Mißhandlung, Verweigerung von PrivatLeben und PolitikTätigkeit,.. – und damit Total-Teil-Totschlag (total – umfassend alles erfassend; teil – weil Du ja nicht vollständig tot bist; Totschlag – weil mithilfe von gewalttätigen Waffen (kann auch DatenVerkehr sein) plattgemacht wurdest)
    5. So cool wie Du bist und nicht nur tust – es hat FOLGEN! Wäre sinnvoll zu sagen – wenn ich Opfa von TeilTotschlag wurde, wurde ich auch TRAUMAtisiert. Also – sich ECHTE LIEBE gönnen… am besten auch „total“, nämlich all-sinnlich im GrünGlück.
    Hey, happy peace an eine Heldin! Bin ganz Dein immer hilfsbereiter feministischer Fan

  3. Harald schreibt:

    Hallo Maja,

    hoffentlich finden sie das A*****och.

    Hoffentlich brauchen sie dazu keine illegal gespeicherten Vorratsdaten.

    Hoffentlich hört dieses <ivictim blaming irgendwann mal auf.

    Ob die, die’s lustig fanden, es auch noch lustig fänden, wenn sie selbst Opfer wären? (Wir werden dann nicht daneben stehen und lachen, oder?)

    Keep on!

    Harald

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