Take your Rollenbild and go fuck yourself.

Gestern war Weltfrauentag. Da denk ich ja an so Dinge wie Gleichberechtigung, gleiche Bezahlung, gleiche Chancen für Frauen. Aber auch Gewaltfreiheit und solche Dinge.

Schließlich steh ich so gar nicht darauf wegen meines Geschlechtes benachteiligt zu werden.

Was mich aber ebenso wie strukturelle Benachteiligungen nervt ist so die Vorstellung, dass das mein höchstes Ziel ist einen passenden Ehemann zu finden und mich zu vermehren. Oder, wenn derjenige etwas moderner ist: Einen geeigneten Sexualpartner, der mich attraktiv findet.

Ich stelle das immer wieder fest.

Da schrieb ich vor einiger Zeit beispielsweise auf Facebook etwas darüber, dass viele meiner Freunde von früher momentan heiraten und anfangen Kinder in die Welt zu setzen, gewürzt mit etwas Sentimentalität darüber was wir früher zusammen erlebt haben, weil es eine schöne Zeit war.

Und nach kurzer Zeit hatte ich diverse Kommentare darunter, dass ich ja bestimmt auch irgendwann den richtigen finden werde und dann auch Kinder kriege und die dann zusammen spielen können und derlei Dinge.

Ich war völlig verwirrt. Immerhin hatte ich mit keiner Silbe erwähnt, dass ich mir das gleiche Leben wünsche wie meine alten Freunde. Ich hatte nur daran gedacht, dass die Zeit zusammen früher halt schön war und wir nun völlig unterschiedliche Leben führen. Wobei ich sie um deren Leben weder beneide noch mir ebenfalls wünsche.

Das heißt nicht, dass ich den Lebensentwurf schlechter finde als meinen, es ist nur eben nicht meiner.

Ich verstehe nicht, warum automatisch davon ausgegangen wird, dass ich traurig darüber bin, dass ich (noch) nicht verheiratet bin und keine Kinder habe.

Nö, bin ich nicht. Ich habe andere Ziele, ich bin jetzt noch Vorstand bei den Piraten, ab Herbst will ich neben dem Beruf studieren, das sind meine vordergründigen Ziele. Mein Lebensglück ist wirklich nicht von einem Mann und Kindern abhängig und es nervt mich fürchterlich, dass man so oft darüber definiert wird ob man es geschafft hat einen Partner zu finden und längerfristig an sich zu binden.

Das gilt übrigens nicht nur für Frauen, als Mann bist du ja genauso ein Versager, wenn du keine Frau ‚abbekommst‘.

Die modernere Variante dieser Konstruktion ist dann, wie gesagt, die Variante ‚passenden Sexualpartner finden‘.

Ich habe auch schon öfter über Fatshaming und daraus entstehender Diskriminierung gebloggt.

Da fühlten sich dann jedes Mal Männer bemüßigt mir zu sagen, dass sie ja dünne Frauen nicht attraktiv finden und im Bett gerne was ‚zum Anpacken‘ haben.

Ich fühle mich da jedes Mal unangenehm berührt. Ich schreibe darüber, dass ich nicht diskriminiert werden will und Männer meinen mir daraufhin ihre Vorlieben erzählen zu müssen?

Aber warum? Wirke ich verzweifelt? Habe ich irgendwo erwähnt, dass es mir um eine sexuelle Ebene ging? Nein.

Und trotzdem wird erst mal davon ausgegangen, dass ich mich als für Männer unattraktiv halte, weil ich nicht dem propagierten Idealbild entspreche. Tu ich nicht. Ich will nur nicht diskriminiert werden. Auf gesellschaftlicher Ebene.

All das nervt so unheimlich. Mein Glück definiert sich doch nicht darüber, ob ich einen passenden Partner finde. Sei es für die Gründung einer Familie oder zum vögeln.

Mein Glück definiere ich darüber wie zufrieden ich mit mir selber bin. Das schwankt natürlich, aber oft bin ich wirklich sehr zufrieden.

Was nicht heißt, dass ich keinen Partner für was auch immer haben möchte. Oder ausschließe jemals Kinder zu bekommen. Aber ich gebe doch keine Ziele vor.

Sollte mir mal jemand über den Weg laufen, der zu mir passt, dann stecke ich mit demjenigen gemeinsame Lebensziele ab, und zwar auf gleichberechtigter Ebene. So stelle ich mir eine moderne Beziehung vor. Dass man gemeinsam schaut, was man sich vorstellt. Und nicht dass mir eine Gesellschaft vorgibt, wie sie zu sein hat. Vielleicht kommt am Ende etwas total Gewöhnliches dabei raus, aber bitte ohne den Zwang und ohne Erwartungen von außen.

Deshalb geht mir weg mit euren Rollenbildern und Erwartungen. Hört auf zu denken ihr wüsstet was ich will. Damit überschreitet ihr massiv meine Grenzen. Danke.

 

PS: Und wer mich jetzt für eine Männerhassende Schreckschraube hält hat den Text nicht verstanden.

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3 Antworten zu Take your Rollenbild and go fuck yourself.

  1. dyfustic schreibt:

    Das gibt sich, wenn man aus dem gebärfähigen Alter raus ist. 😉

  2. Cat in Chief schreibt:

    Ey, raus aus meinem Schädel ;-).

  3. japan001 schreibt:

    Er ist nicht männerhasend er ist ehrlich und ich als Mann teile es. Es ist schlimm wie ich es als Mann erlebe wenn man genauo denkt, wie die Leute Männer wie auch Frauen einen auch angreifen und versuchen einem für die Gesellschaft konformes Rollen und Verhaltensbild mit aller Gewalt zurecht zu biegen. Es kostet mich viel Kraft dagegen mich zu wehren und dennoch mache ich es gerne, weil ich in einer anderen Welt leben will. Ich finde deine Worte wahr und richtig, ich sehe bei einer Freundin wie sie gerade merkt wie sie an die Grenzen kommt nur weil sie eine Frau ist und die Gesellschaft von ihr erwartet wie sie sich bei Flirts in Bars verhalten soll und was gegen ihren Traum von Glück und Gerechtigkeit geht. Wie sie darunter leidet und dennoch ihren Weg geht, weil sie frei sein will. Auch Männer müssen sich von dem alte Weg befreien weil wir auf gleicher Ebene einen Partner brauchen und nicht das was die Gesellschaft uns vorheuchelt. Vieles habe ich in meienr Vergangenheit erst mal falsch verstanden wie ich damals in einem Blogbeitrag schrieb und falsch sah und später in einem anderen Beitrag revidierte weil ich nur das halbe Bild sah.
    Wir müssen alle Zusammenarbeiten um diese Gesellschaft zu verändern und das macht vielen Angst weil sie ihre Privilegien haben wollen. Vielen Männern wird eingeredet so haben sie macht, was auch nur dient Herrschaft zu erhalten und dadurch machen sie sich zu unfreien Sklaven. Frauen wollen frei sein und Männer müssen dabei mit sich ändern, weil nur so kann man die Gesellschaft die uns alle unfrei machen will verändern. Ich sehe viele Männer die ihren Partner gleich sehen und mit ihm auf Augenhöhe sind und die sich gut ergänzen. Sie werden massiv angegriffen weil sie nicht den gesellschaftlichen Normen genügen, Eine Frau die mehr verdient als ihr Mann wird angegriffen genau wie er, und sie soll nicht den lieben den sie liebt? Diese Gesellschaft ist krank. :/ Deswegen brauchen wir Feminismus bei den Piraten und wir müssen vielen Erklären das Feminismus im 21. Jahrhundert beiden was bringt und nicht so ist wie viele behaupten wie er sei. Man muss die Augen öffnen für ungerechtigkeit und deswegen braucht es was viele nicht verstehen Feminismus auch bei den Piraten. Viele machen sich keine Gedanken was es heisst und blocken sofort ab Nur so können wir die Gesellschaft nicht verändern, in dem Sinne wie es uns allen vorschwebt. Aber dieser Kampf lohnt sich. Hoffe es ist klar und nicht zu sehr in deinen Augen Unsinn. Danke für diesen wahren Blogpost.

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