Kurzgedanke: Helfer = Egoistenschweine? #refugeeswelcome

„Diese ganzen Leute, die jetzt helfen,“ sagte einst ein Mensch zu mir, „die wollen sich doch nur gut fühlen. Reine egoistische Scheiße!“
Ernsthaft. Ich finde es beeindruckend was Menschen momentan auf die Beine stellen um ankommende Flüchtende in Deutschland Willkommen zu heißen. Hunderte, die sich an Bahnhöfen versammeln. Tonnen an Spenden.
Und ja, mir ist auch klar, dass viele ohne diverse Promistatements vielleicht nicht auf den Gedanken gekommen wären. Und ja, mir ist klar, dass es grade wegen dieser Statements momentan vielleicht ‚chic‘ ist zu helfen.
Vermutlich wird das ganze auch wieder etwas abflachen.
Aber über diese Leute schimpfen? Warum denn? Weil man selber schon viel früher wusste, dass Hilfe wichtig ist? Weil das jetzt so Mainstream ist?
Das zeugt von einer Blasiertheit sondergleichen.
Ja, ich finds kacke, wenn Leute meinen, sie könnten helfen, indem die ihren Sperrmüll vor einer Geflüchtetenunterkunft abladen. Weder sind schmutzige Laken hilfreich, noch Spielzeugpistolen für traumatisierte Kinder. Aber dafür gibt’s ja in vielen Städten Listen was benötigt wird.
Ja. Helfen macht ein gutes Gefühl. Natürlich. Die meisten Menschen betätigen sich nicht ehrenamtlich weil es eine lästige Pflicht ist, sondern weil es Spaß macht, Freude bringt. Ich finde das völlig in Ordnung und diese Diskussion total widersinnig.
Es ist irgendwie auch ‚typisch deutsch‘ erst mal das Haar in der Suppe zu finden.
Insofern: Ja engagiert euch! Es bringt Freude, Freunde und positive Gefühle! Tut es so, dass es wirklich hilfreich ist und informiert euch vorher.
Und liebe Meckerer: Wer jetzt geflüchteten Menschen hilft, steht nächste Woche nicht mit Pegida, ProDeutschland oder sonstigen Volksverhetzern auf der Straße, oder?
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2 Antworten zu Kurzgedanke: Helfer = Egoistenschweine? #refugeeswelcome

  1. Alex schreibt:

    Der letzte Satz hat es in sich und bringt es voll auf den Punkt!

  2. Atari-Frosch schreibt:

    Generell reagieren manche (viele?) hierzulande quasi allergisch darauf, wenn jemand sich bei dem, was er tut, gut fühlt. Dann wird man mißtrauisch, da kann was nicht stimmen, das kann nicht wirklich produktiv, richtig oder sinnvoll sein, und außerdem sei es ja eh wichtiger, Geld zu verdienen, und das tut man gefälligst mit etwas, was einem keinen Spaß macht.

    Hintergrund ist wohl, daß sich die protestantische Arbeitsethik immer noch in Erziehung, Bildung und Politik durchsetzt. Ich empfehle ja immer gerne Pekka Himanen: Die Hacker-Ethik und der Geist des Informations-Zeitalters, eine Gegenüberstellung der Arbeitsweise von „Hackern“ (im positiven Sinne) und der protestantischen Arbeitsethik.

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