#Piraten Beziehungskrise Post-#BPT161-Rant

Ja, ich bin immer noch Piratin.
Und nein, das ändere ich dieses Jahr wahrscheinlich auch nicht. Immerhin habe ich meinen Mitgliedsbeitrag überwiesen. Ich bin ja gegen Verschwendung.

Aber ernsthaft, liebe Partei, wir haben da ein ernsthaftes Beziehungsproblem.

Nicht mal, weil ich neuerdings als ‚linksaußen‘ gelte. Nun ja, links von mir sind alle weg. Solche Diskussionen sind auch nur müßig.
Aber auch wenn ich irgendwie politisch links stehe und auch in prepiratärer Zeit gestanden habe, gab es ja Gründe, warum ich Piratin geworden bin und nicht beispielsweise in die Linke gegangen bin um mich (partei)politisch zu betätigen.
Piratenthemen – auch unsere Kernthemen – sind wichtig.

Unsere Welt, unsere Gesellschaft wandelt sich rasend schnell und das Internet ist der Katalysator und das Medium für diesen raschen Wandel. Im Guten wie im Schlechten. Wobei selbst das nur eine unzureichende Umschreibung dafür ist, wie Gesellschaft und Internet mittlerweile miteinander verwoben sind. Gesellschaft ist Internet, Internet ist Gesellschaft. Über den Punkt an dem wir sagen können ‚Ich gehe mal ins Internet‘ sind wir lange hinweg. Und eigentlich waren wir Piraten die, die das mehr und eher als alle anderen verstanden haben.

Ich selbst sehe mich ja als Digital Native.
Nein, ich bin kein Nerd ich war immer Userin.
Denn als ich mit 13 das erste Mal online ging, waren die kuschligen viel beschworenen Anfangszeiten des Internets vorbei. Newsgroups? Pah, ich bin die Generation ‚Ich bin drin, das ist ja einfach!“
Meiner Generation von Usern und allen danach war es egal, wie dieses Internet funktioniert, es kam darauf an, was damit möglich ist, uns zu vernetzen, es ist die DNA unserer Kommunikation. Es ist unsere Bühne der Selbstdarstellung. Es ist der Ort an dem wir sein können, wer wir gerne wären. Likes sind unsere Belohnung und unsere Droge.
Ja, das ist überspitzt. Aber es ist nicht gelogen.

Es ist alles im Wandel. Im rasenden Wandel.

Auch ich verstehe nicht mehr alles, was die ganz jungen Teenies im Netz treiben. Und ich bin erst dreißig!
Aber das muss ich auch nicht. So war es immer, so wird es immer sein. Die jüngeren erfinden die Welt immer neu. Ich muss es nicht nachvollziehen können, wenn Teenies jetzt YouTube Stars zujubeln. Aber meine Eltern haben es vermutlich auch nicht ganz verstanden, dass mit 13 völlig vernarrt in die Kelly Family war. Und meine Oma hat es nicht verstanden, dass mein Vater auf die Rolling Stones stand.

Wir Piraten hatten es mal ganz gut drauf uns den Jüngeren anzunähern. Und wir konnten die Gesellschaft und das Netz erklären ohne dass man ein IT-Studium absolviert haben musste um es zu verstehen.

Als die junge, bekloppte Truppe mit bunten Haaren, Computern und Ponies.
Wir hätten die sein können, über die sich die (scheinbar) unpolitische YouTube-Jugend politisiert und aktiv wird.
Aber wir wollten ja seriös werden.

Natürlich können wir sagen, dass es wichtiger ist in der Augsburger Allgemeinen zu stehen als auf Twitter.

Aber irgendwie haben wir damit die Bedeutung und die Nutzung des Internets für die ganz jungen Menschen komplett verpeilt.
Also den jungen Menschen die das erste Mal wählen dürfen. Und denen, die in Zukunft wählen dürfen und die in Jugendorganisationen aktiv werden könnten. Aber gut, Jugendorganisationen. Das Projekt haben wir ja auch an die Wand gefahren, weil die jungen Leute sich erdreistet haben ihren eigenen Kopf und ihre eigenen Ideen zu haben und nicht zu spuren. Wartet, wie war das gleich mit dem ‚Denk selbst‘? Ja, nur so lange es niemandem weh tut.

Es scheint als hätten wir Angst vor der Jugend! Angst, dass sie uns unser Projekt aus den Händen nimmt und weiterführt und es eben auch ändert.

Natürlich können wir sagen, dass es wichtiger ist in der Augsburger Allgemeinen zu stehen als auf YouTube.

Aber irgendwie haben wir dann übersehen, welche Reichweite einige YouTuber haben.
Natürlich können wir sagen die Abonnenten der großen YouTuber sind alles Bots. Aber das stimmt so nicht, die kriegen mit den in unseren Augen trashigsten Dingen in wenigen Stunden zehn- wenn nicht hunderttausende Klicks. Es gibt YouTuber, die machen einen Stream auf Twitch und haben zwanzig oder dreißigtausend Zuschauer. Zur besten Primetimezeit. Isso.

Naturlich können wir das alles ignorieren. Weil wir die jungen Leute nicht verstehen. Aber das ist halt saublöd. Ich habe auf dem BPT gesehen wie krass sehr den jungen Leuten, die in unserer Partei mitmachen wollen misstraut wird. Eben das ist doch der ganz ganz falsche Weg. Sie sind unsere Verbindung zur Jugend. Sie sind die Spezialisten wenn es darum geht Jugend anzusprechen. Nicht ich als mittelalte 30 jährige. Nicht Leute, die noch älter sind.

Stattdessen meckern jetzt Leute, die sich dafür rühmen ihre Jugend am Amiga verbracht zu haben, darüber, dass Jugendliche die ganze Zeit ihr Handy vorm Gesicht haben. Kann man machen.
Wir sind so schrecklich piefig geworden.

TL;DR: Wir nennen uns eine Internetpartei und haben nicht den Hauch einer Ahnung, wie junge Menschen das Internet nutzen.

Und die Themen. „Wir machen ja nicht nur Kernthemen, wir machen auch Soziales!“ Solche Lippenbekenntnisse sind total toll, aber offenbaren eine Fehleinschätzung, die wir früher nicht so hatten: Dass man diese Themen tatsächlich von einander getrennt sehen kann. Kann man nicht! Das soziale Leben, die Gesellschaft und eine gesellschaftliche Vision hören nicht am Router oder am Bildschirm auf. Deshalb halte ich auch die Trennung nach Kern- und anderen Themen für absoluten Bullshit. Und deshalb habe ich auch gegen den Rootantrag gestimmt. Er verengt das Bild, würgt Visionen ab und wirft uns zurück.

Und dann höre ich: Ja in den Themen arbeitet ja außerdem eh niemand mit. Genau, weil viele Leute, die Visionen und fortschrittliche Ideen hatten schlicht weg sind.

Ja warum bloß? Sie sind dem ‚Aufräumen‘ und der ‚Konsolidierung‘ zum Opfer gefallen.

Eines sollte die Partei nicht vergessen: Wenn die visionären Leute gehen, dann ist das nicht zum Verlust der jenigen Leute, sondern der Partei. Diese Leute haben dann halt mehr Zeit. Und können ihr Know-How gegebenenfalls woanders unterbringen.

Tja. Ich betreue noch nen paar Twitter- und Facebookaccounts und einen kleinen, schnuckeligen Instagram Account der PiratenNRW, mache Pressearbeit mit und schraube mit am Konzept für das Relaunch von piratenpartei-nrw.de. Das sind alles Sachen, die ich kann und die Spaß machen. Aber seien wir ehrlich, die kann ich gegebenfalls auch woanders machen. Und sei es nur lokal in unserem Bündnis gegen Rechts.

Aber wie gesagt, piratige Themen sind wichtig. Aber sie gehen uns selber verloren, wenn wir entscheiden nur der politische Arm von Heise zu sein. Wir waren viel mehr, wir beschneiden uns selbst. Wir werden langweilig, piefig, beliebig und haben auf Bundesebene momentan allenfalls Buzzwords denn Visionen. Kurz – Stinklangweilig und sinnlos.

Und nein, ich weiß nicht, wie meine Zukunft mit der Partei aussieht. Was mich traurig macht.
Oft habe ich nicht den Eindruck, dass ich überhaupt noch erwünscht bin. Nein, es wurde mir sogar schon mehrfach so gesagt. Klar kannste sagen: „Hör doch nicht auf diese Idioten!“ Aber es sind eben auch Leute, über die Vorstände ihre Hand halten. (Nein, damit meine ich ausdrücklich nicht den LaVo NRW)

Ich bin wahlweise ne blöde Linksbizarre, Antideutsche, ne Femnazi oder Sternchenschubserin. Weil es Dinge außerhalb von Kernthemen gibt, die mir wichtig sind.
Wieso soll ich mir sowas reinziehen?
Wieso sollte ich bleiben?

Weil ich die Themen wichtig finde? Themen, die so garnicht mehr da sind?
Ich weiß es doch auch nicht.

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11 Antworten zu #Piraten Beziehungskrise Post-#BPT161-Rant

  1. tom174 schreibt:

    1. Amiga? Kacknoobs. ZX81, zumindest aber C64.
    2.Wieso soll ich mir sowas reinziehen?
    Wieso sollte ich bleiben?
    Weil du eben doch ein Nerd bist. Ein Piratennerd. Jeder Pirat, der jetzt noch an Bord ist, hängt an der Partei.
    Weil du vermutlich mit den anderen Parteien weniger Schnittmengen hättest. Weil es in Zeiten wie diesen schade ist um jeden demokratischen Mitstreiter. Egal in welcher Partei.

  2. ein Pirat schreibt:

    Stimmt, bezüglich der Jugend besteht Nachholbedarf, was aber daran liegt, daß insgesamt viel weniger Menschen noch bei den Piraten aktiv sind, besonders im kreativen Umfeld. Ein Schritt in die richtige Richtung ist auf jeden Fall der Wahlwerbspot: https://www.piraten-rlp.de/2016/02/chaotisch-oder-die-mit-den-neuen-ideen/ und die „13 Piraten-Thesen“ https://www.piraten-rlp.de/category/landtagswahl-2016/piraten-thesen-ltw16/
    Und etwas mehr Vertrauen in die Jugend bei den Aktiven wäre auch zu wünschen.

  3. toso schreibt:

    Warum DU bleiben sollst? Weil es genau an diesen Texten, an dieser Einstellung, nein, an dieser Haltung fehlt.
    Neben allen Kernthemen, nicht-Kernthemen, Blahthemen Diskussionen hast du einen extrem wichtigen Teil in deinem Text ausgedrückt: es geht um Veränderung! Wir woll(t)en Politik verändern, weil sich die Gesellschaft weiterentwickelt hat, aber die sie vertretende Politik eben nicht. Jetzt sind wir in diesem politischen Establishment und haben uns einlullen lassen. Und da gibt es in der Partei (egal ob mit Amt oder Mandat oder ohne) nur sehr wenige Ausnahmen. Um so weniger dieser Ausnahmen es gibt, um so wichtiger sind diese Menschen, die wachrütteln.
    Und deshalb braucht es dich mehr denn je in dieser Partei. Eigentlich in dieser Bewegung.

    Und deine Kernaussage, das wir gesellschaftliche Entwicklung und Veränderung in die Politik tragen müssen, war für mich das ausschlaggebende Momentum um überhaupt bei Piratens aktiv zu werden.
    Alle anderen Themen lassen sich letzendlich davon ableiten:
    #Datenschutz -> die Menschen sind es leid von Unternehmen und staatlichen Stellen abgehört und ausgeforscht zu werden -> dieser gesellschaftliche Veränderungswunsch ist in Politik nicht angekommen
    #Hartz IV Sanktionen -> sind menschenunwürdig und entfalten keine Steuerungswirkung -> Gesellschaft weiß das. Selbst die Politik weiß das. Die Veränderung wird die etablierte Politik nicht leisten.
    #YouTube Stars unterhalten hunderttausende Menschen (und Bots), haben inzwischen echten gesellschaftlichen Einfluss. Der Versuch klassische Politik und YouTuber zusammen zu bringen scheitert mit LeFloid und Angie M. grandios. Hier entwickelt sich Gesellschaft völlig anders als Politik das gewohnt ist. -> Ihr wisst schon, Veränderung, usw.

    Die Beispiele sind schier endlos aufzählbar. Wir woll(t)en die sein, die Veränderung in die Politik tragen. Ohne Menschen wie Dich werden wir da alle dran scheitern.
    Also lass uns das bitte weiterhin gemeinsam versuchen diese Veränderung in diese verkackte Politik- und Beteiligungssimulation zu bringen!

  4. mje1964 schreibt:

    Links sein bei den Piraten ist schwer, aber wenn wir freies Internet für alle wollen müssen wir auch sehen das die Menschen es bezahlen können. Unsere Kernthemen sind sehr wichtig,und sie werden noch viel wichtiger da immer mehr ins Netz kommt vom Menschen.
    Nur dürfen wir nicht vergessen das es ein Leben ohne Netz gibt,und dieses von uns genauso begleitet werden muss. Wir müssen den Menschen ernst nehmen im Netz wie in der realen Welt.
    Dies heist auch Flüchtlingspolitik, Hartz IV, und vieles mehr.
    Du bist nicht alleine …..

  5. hataibu schreibt:

    Liebe FrauMaja,

    Du hast noch nicht das Handtuch geworfen. Das finde ich gut. Die Piraten brauchen Menschen wie dich, damit sie auf dem richtigen Pfad bleiben. Arschlöcher und ihre Intrigen und ihr Mobbing gibt es vermutlich in allen Parteien. Ich mag mir gar nicht vorstellen wollen, was bei der CDU hinter den Kulissen so alles abgeht.
    Was mich persönlich angeht, bist du politisch gerade an der richtigen Stelle. Nicht so links, dass du meinst, das Anzünden von Autos unbeteiligter wäre ein politisches Statement, aber links genug, um zu erkennen, dass es bei uns eine (riesen-) große Gerechtigkeitslücke gibt, und dass die sich anbahnende Herrschaft der „Königreiche ohne Territorium“, der internationalen Konzerne, um fast jeden Preis gestoppt werden muss.
    Ich wage zu behaupten: gäbe es mehr von deiner Sorte an prominenter Stelle in der Partei, stände sie auch in den Umfragen besser da, und hätte vielleicht sogar mal wieder die Chance in irgendein Landesparlament einzuziehen.

    Deshalb meine Bitte an dich: Mach weiter und gib nicht auf. Nicht nur trotz, sondern gerade wegen der Defizite. Die Partei braucht dich, um diese auszugleichen.

    Ich persönlich glaube ja, dass gerade die Nerds das Problem der Piraten sind. Diese Leute misstrauen allen Menschen, die mehr soziale und kommunikative Intelligenz haben als sie. Sie neiden ihnen ihr Selbstbewusstsein und ihre Wortgewandtheit, denn sie selbst sind nicht in der Lage das Team, und nichts anderes ist die Partei, zu leiten.
    Eine gute Teamleiterin hält das Team zusammen, sorgt dafür, dass die Fähigkeiten jedes einzelnen Mitglieds optimal zum Einsatz kommen, anstatt solange Mitglieder auszugrenzen, bis nur noch Mitläufer übrig bleiben. Die Fähigkeiten der Teamleiterin sind eben gerade nicht die Fachkenntnisse, sondern das Wissen darum, wie ein gutes Team funktioniert.

    In diesem Sinne wünsche ich dir weiterhin viel Spaß und viel Erfolg!

    hataibu

  6. Qwen schreibt:

    Hallo FrauMaja,

    Du hast viel geschrieben. Irgendwie im Zusammenhang mit dem BPT.
    Aber was ist denn jetzt konkret Deine Kritik?
    Ich habe kein Misstrauen gegenüber Kindern wahrgenommen. Aber durchaus gegenüber Eltern.
    Ich habe kein Problem mit ‚links‘ wahrgenommen. Aber durchaus gegenüber linken Parteien.
    Ich habe kein Ausklammern von (linken) Themen wahrgenommen. Aber eine Fokussierung auf Kernthemen.

    Und das Wichtigste: Alles auf einem Parteitag, an dem JEDER teilnehmen und reden durfte.

    Man kann natürlich überall Probleme sehen. Wie wär’s mal wieder mit einem Blick auf die positiven Sachen, die uns vom Rest der politischen Landschaft abgrenzen?

  7. Christian schreibt:

    An dem Text ist schon was dran. Einen Punkt möchte ich aber nicht so stehen lassen.

    Ich zitiere mal:
    „Und dann höre ich: Ja in den Themen arbeitet ja außerdem eh niemand mit. Genau, weil viele Leute, die Visionen und fortschrittliche Ideen hatten schlicht weg sind.
    Ja warum bloß? Sie sind dem ‘Aufräumen’ und der ‘Konsolidierung’ zum Opfer gefallen.“

    Das klingt so, als wären Aufräumen und „Konsolidierung“ irgendwelche Prozesse, durch die Leute aus der Partei ausgeschlossen werden. Das ist aber nur ein (kleiner) Teil der Wahrheit. Es wurden kaum Leute förmlich ausgeschlossen. Aber es sind Viele gegangen. Zum Teil ziemlich frustriert. Ich sehe allerdings auch im Nachhinen nicht, wie eine Parzei aussehen könnte, in der alle Leute dauerhaft glücklich und motiviert wären, die mit ihren Visionen und Ideen mal zu den Piratengegangen sind.
    Ein Symptom dafür ist, dass wir tatsächlich Weggänge zur FDP, Linken, AFD und sogar zur CDU haben als auch Leute, die keine Parteipolitik machen wollen.
    Die Realität in einer Partei kann nicht beliebig unterschieflichen Erwartungen gerecht werden und ich finde es zwar schade, dass viele nicht mehr dabei sind, aber sehe zum Großteil keine vorwerfbaren Fehler als Ursache.

  8. k1l schreibt:

    Das du dich ausgeschlossen und eventuell unter Druck oder unter Beobachtung fühlst ist nicht gut. Die Zustandsbeschreibung des Endresultats trifft es schon sehr genau. Allerdings ist objektiv betrachtet die Ursache und Wirkung hier eine etwas andere, die zu diesem Resultat führt.

    Vor einiger Zeit hat sich eine gewisse Gruppe durch aggressivstes Auftreten und sehr guter Vernetzung daran getan ihre Ziele in der Partei durchzusetzen und dabei auch eine Aktive aktiv und passiv verprellt. So führten diese „Siege“ der Gruppe A dazu, dass der sehr bunte Haufen Piraten in 2 Gruppen/Strömungen unterteilt wurden. Auf beiden Seiten gab es Provokationen, Fehltritte und vieles, was die Unterstützung beim Wähler wie auch bei den Aktiven selber hat schwinden lassen. Nachdem die Gruppe A nun aber nicht komplett ihren Willen durchsetzen konnte gab es auch aus dieser Gruppe massenhafte Austritte.

    Diese Vorgeschichte führt jetzt leider dazu, dass jede Aktion oder Antrag zu krass hinterfragt wird, ob es nicht doch wieder einer Agenda des alten Frontenstreits geschulded ist. Das oftmalige kokettieren mit diesem alten Frontenstreit und den beteiligten Gruppen hilft dort nicht. Es lähmt die Partei, wie du selber festgestellt hast.

    Wer ist jetzt schuld? Alle. Egal ob aktiv miteskaliert oder passiv nicht eingeschritten.
    Wie löst man das Problem? Mit viel Geduld, Wiederaufbau von Vertrauen und „über den eigenen Schatten springen“.
    Anfangen könnte man damit sich einzugestehen, dass man nicht selber der Hüter der einzigen Wahrheit ist, sondern den Anderen Versuchen mit Argumenten zu überzeugen und Alternativen aufzuzeigen. Denn das ist Politik.

  9. Noobi schreibt:

    DU hast politisches Talent und es wäre absolute Verschwendung davon, wenn du weiterhin bei den Piraten bleibst. Du könntest sicherlich 2017 mit DieLinke in den Landtag NRW einziehen und könntest so auch mal wirklich etwas verändern!!!

    Denk mal drüber nach…

    • majatiegs schreibt:

      Ich find es ist ja immer ein nettes Kompliment, wenn einem eine ‚Karriere‘ in einer etablierten Partei zugetraut wird. Aber ich schätze mal die Linken grade in NRW haben ihre eigenen Leute und verzichten auf dahergelaufene Piratinnen 😉

  10. @HuWutze schreibt:

    Man ist so alt wie man sich fühlt. Mit dem folgenden Zitat beschreibst du ganz genau dein Unvermögen: „Wir nennen uns eine Internetpartei und haben nicht den Hauch einer Ahnung, wie junge Menschen das Internet nutzen.“

    Wenn du schon nicht mehr fähig bist die Jugend zu verstehen, wie willst du Menschen mit anderen Meinungen verstehen?

    Du hast gegen den Rootantrag gestimmt weil, ich zitiere: „Er verengt das Bild, würgt Visionen ab und wirft uns zurück.“ Mit diesem Satz beweist du recht zielsicher, wie verengt deine Sichtweise tatsächlich ist. Sicher, der Rootantrag ist alles andere als der Weisheit letzter Schluß und könnte viel mehr beinhalten. Am Ende ist aber das was man daraus macht, der entscheidende Punkt, nicht die Willensbezeugung. Letztlich aber beweist du mit deiner Kritik nur eines – Alle sind Schuld, Du nicht. Nach dem größten aller Fehler der Piraten – Aussagen nach der Quantität des Inhalts statt der Qualität des Inhalts zu bewerten – dokumentierst du den zweitgrößten der Kritikunfähigkeit – Schuld immer nur bei anderen zu suchen.

    Das beste zum Schluß. Damit auch wirklich das Feedback kommt welches erhofft wird, wirft man am Ende noch folgendes ein: „Ich bin wahlweise ne blöde [ … ].“

    Fazit: Alles in allem war das kein Rant auf den BPT vom vergangenen Wochenende. Es geht dir nicht um inhaltliche Arbeit, es geht dir primär um Anerkennung und Flausch. Der BPT ist da nur Mittel zum Zweck, irgendwie muss man ja eine Relevanz herstellen.

    Den Beweis dieser These lieferst du ja zum Beginn deines Textes, Zitat: „[Das Internet] Es ist unsere Bühne der Selbstdarstellung. Es ist der Ort an dem wir sein können, wer wir gerne wären. Likes sind unsere Belohnung und unsere Droge.“ Mehr gibt es dazu wirklich nicht zu sagen.

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