Für den Seelenfrieden. Der letzte Beitrag.

Tschüss Partei!

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Ich mach das jetzt nicht vordergründig wegen irgendwelcher Themen oder dergleichen, sondern wegen meines Seelenfriedens.

Ich ärger mich zu oft. Und ich habe andere Prioritäten, die wichtiger sind als mich zu ärgern.

Dieses mich darüber ärgern, dass Leute, Mobber, weiterhin ungeniert als Piraten agieren und mich mit blamieren, ohne dass was passiert. Dass ich mich darüber ärgere und dann noch Nestbeschmutzer bin. Das ist zu viel Energie.

Wie oft habe ich gehört „Wenn du gehst, haben die gewonnen!“? Oft. Sehr Oft.

Tja. Haben sie dann wohl. Aber es ist ja vielleicht auch so gewollt. Denn wer so ein Verhalten nicht mehr akzeptieren will, der hat ja keine Rückendeckung von der Mehrheit der Partei zu erwarten. Sondern immer nur ein „Du reg dich nicht so auf!“ oder ein „Ich sag jetzt nichts, sonst verklagt uns $Person bloß wieder!“
Und dann stehste halt alleine da.
Derlei Dinge kosten unheimlich viel Energie.

Natürlich kann ich mich aufregen, wenn nichts passiert. Und natürlich höre ich dann wieder „Dann bringe dich doch ein und ändere die Sachen, die dich ärgern!“

Ganz ehrlich? Been there. Done that.

Ich war lange genug Landesvorstand und bin zurückgetreten als meine Gesundheit am Arsch war und zum Dank dafür noch jemand die persönlichen Daten des LaVo veröffentlicht hat.

Veröffentlicht, nachdem ich schon Monatelang darunter zu leiden hatte, dass man mir massenweise unerwünschte Werbepost ins Haus schickte, meine Parteimailadresse bei hunderten Newslettern angemeldet hatte und ich meine Parteihandynummer stillgelegt hatte, nachdem ich teilweise eine zweistellige Anzahl von Werberückrufen am Tag bekam, um die ich angeblich in Onlineformularen gebeten hatte. Als dann jemand die privaten Daten des LaVo veröffentlicht hatte und ich befürchten musste, dass dann jemand noch meine Kontodaten oder meine private Handynummer missbraucht, hab ich hingeworfen. Das ist heute übrigens (zufällig) genau ein Jahr her.

Aber ich hab ja dann, nachdem meine Gesundheit wieder einigermaßen auf dem Damm war wieder kandidiert um das mit dem Einbringen und Verantwortung übernehmen zu tun. Wurde aber nicht gewünscht und das akzeptiere ich. Aber es soll keiner behaupten ich hätte mich nicht eingebracht. Ich war noch nie jemand, der am Rand gestanden und gemeckert hat.

Ich habs dann noch im Bundespresseteam bzw. genauer gesagt dem Socialmediateam versucht, wo aber der Wille etwas am chaotischen drauflos posten des ganzen Teams, inklusive einiger harter Fails, zu ändern schon daran gescheitert ist, dass ein Doodle schlicht ignoriert wurde und es nie zu einem Termin kam sich im Team zu besprechen.

Dinge laufen unkoordiniert und es wird nicht besser. Willste was ändern, wirds ignoriert. Super.

Von Geschehnissen, dass ein Mitglied eines Landesvorstandes als humanitärer Helfer nach Idomeni fährt, dann für seine Arbeit und Berichterstattung dort auch von Piraten massiv geshitstormt wird, ganz zu schweigen. Noch schlimmer, dass es für einige Menschen aus dem ÖA Team dann das wichtigste war zu betonen dass dieser Pirat dort nicht im Auftrag der Partei dort ist, sondern mit einer anderen Initiative. Na wenn das die Maxime ist…

Und das waren nur wenige Beispiele aus der letzten Zeit.

Wir gesagt, meine Prioritätenliste sieht momentan andere Dinge vor, als Sodbrennen wegen Parteistress.

Und nein, ich könnte nicht einfach aufhören mich aufzuregen. Geht nicht. Stillhalten war einfach nie meine Art. Also sollen diese Dinge gerne weiterlaufen, aber eben ohne mich.

Habt ihr gemerkt, dass ich gar nicht über politische Themen geredet habe? Stimmt. Ich finde das Programm der Partei eigentlich weiterhin gut. Die Umsetzung ist halt beschissen. Alles verliert sich im Klein-Klein von Bürokratie und Rumgepimmel.

Und als ich jetzt las, wie sich Leute auf einer frisch gewählten Kommunalliste damit brüsteten, dass sie als Antifeministen gewählt wurden, musste ich auch das erste Mal sagen: Würde ich in der besagten Stadt wohnen könnte ich meine eigene Partei nicht guten Gewissens wählen, weil ich davon ausgehen müsste, dass sich diese Kandidaten sich nicht für meine Belange einsetzen oder diese noch verschlechtern würden.

Nein, dies ist kein Parteiwechsel. Ich hab auch gar keine fancy Wechselangebote bekommen, dafür war ich nie wichtig genug. Und außerdem ist mir auch bewusst, dass es woanders auch scheiße ist. Deshalb werde ich nicht kopflos in irgendwelche anderen parteilichen Engagements laufen. Wäre auch irgendwie nicht ehrlich.

Insofern ist das hier an dieser Stelle der letzte Beitrag im Blog. Weiter geht’s bei fraumaja.wordpress.com

Und weil ich weiß, dass die Frage kommen wird: Nein, mein Mann hat mich nicht bequatscht auszutreten.

Hallo Schatz, Überraschung, ich bin heute aus der Piratenpartei ausgetreten!

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12 Antworten zu Für den Seelenfrieden. Der letzte Beitrag.

  1. Uwe Lancier schreibt:

    Bedauere ich mit echtem Schmerz. Mach’s gut und bleib gesund – möge der Scheiß mit dem Datenmissbrauch sein Ende finden.

  2. FC schreibt:

    Bin aus ähnlichen Gründen raus… Selbsternannte Egomane hofiert von Idioten haben als selbsternannte Basis Spass daran Menschen kaputt zu machen… Politik? Nada! Es geht nur um Tools… „man müßte, man sollte, macht das mal… Ich bin schlauer als Du… “
    Menschen, die es wirklich drauf haben, sind kaum noch welche dabei…
    Ein Trauerspiel, und eine Tragödie das diese wichtige Partei verkackt hat!

  3. Robstar schreibt:

    :‘-(

    Du wirst mir fehlen.

  4. BOB schreibt:

    Es gibt die Piratenpartei noch?!

  5. Marie Bischoff schreibt:

    Ich hab früher mal die Piratenpartei gewählt, in der Hoffnung, sie könnten etwas bewegen. Falsch gedacht. Das einzige, was diese Partei kann, ist sich selbst zerlegen. Herzlichen Glückwunsch zu dem Entschluss und alle guten Wünsche für die Gesundheit und ein zufriedenes Leben! NB: Welcher Vollpfosten glaubt denn, wir bräuchten die Überredungskunst eines Ehemannes, um einen vernünftigen Entschluss zu fassen?!

  6. dkluever schreibt:

    Seelenfrieden bekommst Du so nicht.

  7. Aha! Eine der letzten positiven News über Piraten war für mich, dass jemand nach Idomeni gereist ist. Und DAS ist also auch schon falsch gewesen? Oh je Piraten, wo seid Ihr gestrandet?

  8. versuchsanstalt schreibt:

    Gewinnen ist gar nicht immer das wichtigste. Erkenntnis gewinnen lohnt sich bisweilen mehr, als still auf einem Standpunkt zu stehen.

    Herzlichen Glückwunsch. Herzblut tut weh, das muss so.

  9. Frank Decker schreibt:

    Ich bin stolz darauf dich kennen gelernt zu haben. Damals in Hagen und zur Gründung unseres Kreisverbandes. Doch ab da ging es Berg ab! Die guten Leute wurden vergrault und der verbleibende „gute“ Rest hofft auf bessere Tage.
    Die, die die Strippen ziehen sind meinst die, die in ihrem Leben nie etwas auf die Kette bekommen haben. Jetzt sind sie auf einmal wer, weil sie politisch aktiv sind. Das dies viel Arbeit bedeutet und das man oft bittere Kröten schlucken muss ist wenigen bekannt. Am bittersten schmecken die Kröten der eigenen Partei.
    Schön das du einen Beruf erlernt hast, schön das du Freunde außerhalb der Politik hast und es dir hoffentlich bald wieder so gut geht, das du neue dir wichtige Ziele in Angriff nehmen kannst.

  10. Yoga schreibt:

    Um mich selbst zu zitieren, nachdem Schnappi seinen Rücktritt (ohne Austritt) erklärt hat (schlimm, dass es hier schon wieder passt):

    „Same here. Habe mich aus ähnlichen Gründen ähnlich verhalten. Bin aus der Vorstandsarbeit raus um mal durchzuatmen. An der Basis herrscht Flaute. Man zerreibt sich am politischen Gegner. Naiv wie ich war, dachte ich, der sitzt in anderen Parteien. Aber soweit kommt man gar nicht. Ich habe Zeit, Geld und Sozialleben in die Piraten investiert. Gewonnen habe ich vor allem Erfahrungen, aber das reicht auf Dauer nicht als Motivation. Bin den Piraten immer noch treu – gibt ja auch keine echte Alterna… andere Option.
    Lange Rede, kurzer Sinn: I feel you. Wish you the best. Cu anytime! :)“

  11. Bernd schreibt:

    Es ist anders.
    Nicht „wenn ich gehe, haben die gewonnen“. Sondern „wenn ich gehe, geht der Laden weiter den Bach runter“.

    Es gibt bei dieser Art Selbstauflösung nur Verlierer. Du, und die Rest-Partei.

    Es ist eigentlich sehr sinnvoll, auch in schwierigen Zeiten an Bord zu bleiben und konsequent weiter politisch zu arbeiten und sich dafür Verbündete innerhalb der Partei zu suchen (diese gibt es, auch wenn es weniger werden). Die Parteimitglieder, von denen Du weißt, dass wenn man diese als Parteifreunde hat, man keine anderen Feinde mehr braucht, ignorierst Du konsequent. Wenn sie stören, weise sie ganz sachlich, ganz konkret und ganz ruhig in die Schranken. Das funktioniert. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Man muss es aber auch tun, und es ist mühsam, das stimmt. Zudem: Twitter war nie ein und ist auch kein Parteimedium. Die hasserfüllten Zirkel dort nimmt inzwischen ausserhalb der Partei niemand mehr wahr, sie sind völlig irrelevant geworden.

  12. Huck schreibt:

    Tja. bedauerlich aber du gehtst den Weg wie so viele Vieltwitterer (Social-Media Vielposter). Es wird viel Zeit verschwendet und sich gegenseitig bekriegt. Die Pratei nach vorne bringen bleibt dabei auf der Strecke. Damit meine ich statt stundenlang irgendwelche Posts zu lesen und sich empören ist konstruktiv was abzuliefern angesagt. Daran fehlt es einem Großteil der Leute, selbst in Vorständen. Aber richtig. es fehlt auch daran Personen aus der Partei zu bringen oder zumindest sozial zu ächten. Funktioniert nur leider seit Twitter und Co nicht so einfach. PAV sind keine einfache Sache, aber oftmals fehlt(e) auch der Wille. Leider wurden die PAV auch für politische oder zwischenmenschliches missbraucht. Dies ist aber schon seit 2009 so und wurde nie richtig versucht anzugehen.
    Man sollte sich eben nicht mit den „Extrembekloppten“ befassen. Habe festgestellt es sind/waren teilweise auch nur angebliche Piraten. Viele Mitglieder haben sich von anderen Parteigängern aufhetzen lassen, die es sogar in ihrer Bio angegeben haben.

    Na ja egal die Partei ist im Arsch und nur noch im 1% Bereich angesiedelt man hat ja auch kei
    ne wirklichen Alleinstellungsmerkmale und versinkt auf Twitter hauptsächlich in „Refugee Welcome Geschrei, Wähler, Mitglieder und Jounalistenbeschimpfung. Ach ja, Vorstände „kloppen“ habe ich noch vergessen. Kein Umfeld wo jemand große Lust hat mitzuarbeiten bzw gerne Mitglied werden möchte.

    Versuchs mal mit „Ruhe und Gemütlichkeit ….

    Eine Karteileiche
    Tipp man lebt entspannter und hat mehr vom Leben Twitter und Co zu meiden und das Leben gelassener anzugehen.

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